28. Mai 2014

Wie stellt ihr euch die THW-Jugend in 30 Jahren vor? – Jugendakademie 2014

In der THW-Bundesschule in Neuhausen ist sie schon zur Tradition geworden, denn die Jugendakademie (JA!) fand 2014 bereits zum sechsten Mal statt. Da die THW-Jugend dieses Jahr ihren 30. Geburtstag feiert, beschäftigten sich auch die 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der JA! 2014 mit dem Jubiläum. Im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte befassten sich die Jugendlichen mit drei Jahrzehnten Jugendarbeit und präsentierten ihre Ergebnisse im Rahmen einer Ausstellung.

Doch zurück zum Start der JA!: Aus allen Teilen Deutschlands reisten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 21 Jahren eine Woche vor Ostern nach Neuhausen. Dort angekommen wurden sie auf das Thema „Zurück in die Zukunft – 30 Jahre THW-Jugend“ eingestimmt.

Am zweiten Tag begann eine Zeitreise in die praktische Ausbildung im Jahr 1984. Wie damals häufig üblich, wurde die Ausbildung in einem strengen Ton abgehalten und zumindest die Ausbilder hatten auch die passende Kleidung für die damalige Zeit an. An vier verschiedenen Stationen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Holzbearbeitung, Bewegen von Lasten, Ausleuchten sowie den üblichen Stichen und Bunden. Erstaunt waren viele Jugendliche über den Brustbund, der früher anstatt eines Sicherheitsgurtes als Absturzsicherung angelegt wurde. Natürlich konnte dieser Knoten damals auch zum Retten von Personen verwendet werden.

 

Auch ein Porsche will ins rechte Licht gesetzt werden

Von den Profis lernen: wo geht dies besser als in einem durchdesignten Haus wie dem Porsche-Museum in Stuttgart-Zuffenhausen. Die Kuratorin Jenny Simchen führte die Jugendlichen persönlich durch die Ausstellung. Dabei bot sie tiefe Einblicke in museale Konzepte. Das besondere Augenmerk lag vor allem in der geschichtlichen Aufarbeitung der Inhalte.

 

Eine Ausstellung entsteht

Am Montag begann für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann die Arbeit in vier Arbeitsgruppen. Jeweils begleitet von zwei Betreuerinnen beziehungsweise Betreuern, beschäftigten sie sich mit einem ausgewählten Themenschwerpunkt zum JA!-Motto. Dabei warfen sie einen Blick zurück ins Jahr 1984, schauten sich den derzeitigen Stand an und machten sich Gedanken wie die THW-Jugend im Jahr 2044 aussehen könnte. Die Gruppen erstellten dazu eine mehrteilige Ausstellung, die mit Unterstützung der THW historischen Sammlung umgesetzt wurde, ein Theaterstück und mehrere Kurzfilme. Bei seinem Besuch während der JA!-Woche ließ sich auch Norbert Seitz, Abteilungsleiter im Bundesinnenministerium, vom Einfallsreichtum der Jugendlichen begeistern.

In der Arbeitsgruppe „Beteiligung aller in der THW-Jugend“ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Vielfalt der Menschen im THW und der THW-Jugend und skizzierten Ideen für die Entwicklung in der Zukunft. Betreut wurde diese Gruppe von Sara Unglert und Mirko Espig. Die „Bedeutung von Fachtechnischer Ausbildung und Jugendarbeit im Wandel der Zeit“ war das Thema einer weiteren Gruppe, die von Lisa Widmann und Alexander Schumann geleitet wurde. Sie griffen die Aspekte Technik, Dienste und Wettkämpfe heraus, erarbeiteten dazu eine aufwändige Präsentation und stellten Prototypen visionärer Technik vor, die möglicherweise die THW-Arbeit in einigen Jahren vereinfachen könnte.

Mit den unterschiedlichen Lebenswelten von früher und heute setzte sich die Arbeitsgruppe „Alle Zeit für die THW-Jugend?“ auseinander. Dazu führten die Jugendlichen Gespräche mit mehreren Zeitzeuginnen sowie Zeitzeugen und machten eine Umfrage unter den Teilnehmenden. Diese Arbeitsgruppe wurde von Sabine Mikulas und Jessica Sybertz geleitet. „Wie hat sich das Leben als Junghelferinnen oder Junghelfer im Laufe der Entwicklung der THW-Jugend verändert? Wie war die Ausbildung im Jugenddienst im Jahr 1984, wie ist sie im Jahr 2014 und wie sieht sie im Jahr 2044 aus? Wie hat sich die Beteiligung von Frauen im THW verändert? Wie ging man damals mit THW-Kräften um, wie heute?“ waren einige der Fragestellungen, die in der Arbeitsgruppe „Menschen im THW im Wandel der Zeit“ untersucht wurden. Bei der Beantwortung half der Gruppe unter Leitung von Fred Müller und Philipp Ballschuh ebenfalls das Wissen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

 

„Glowball“ – die neue Einsatzoption des THW

Mit dem Abschlussabend an Gründonnerstag steuerte die JA! 2014 auf ihren Höhepunkt zu, denn die vier Arbeitsgruppen stellten dabei ihre Ergebnisse vor. Neben dem THW-Präsidenten, Albrecht Broemme, waren auch der Bundesjugendleiter Michael Becker sowie der THW-Vizepräsident Gerd Friedsam zu Gast in der Bundesschule und nahmen mit großer Begeisterung an der Abschlussfeier teil, welche von den Jugendlichen in Eigeninitiative erarbeitet worden war. Der Geburtstag der THW-Jugend zog sich dabei als „blauer Faden“ durch die Arbeitsphase und den Abschlussabend.

Die Teilnehmer des Seminars „Bedeutung von Fachtechnischer Ausbildung und Jugendarbeit im Wandel der Zeit“ entwickelten für die THW-Ausstattung im Jahr 2044 den „Glowball“. Dieser soll eine Fläche von zwei Quadratkilometern ohne Probleme ausleuchten können. Hinzu kommt ein integrierter 175 kVA-Stromerzeuger. Präsident Broemme war bei der Vorstellung des „Glowballs“ sichtlich begeistert und freute sich sehr, über den Prototypen, der ihm feierlich überreicht wurde.

Das nächste Wiedersehen ist bereits in Planung: Im Jahr 2015 wird die Jugendakademie von THW-Bundesschule und THW-Jugend vom 28. März bis 3. April in Neuhausen stattfinden.

Text: Marcel Edelmann, Moritz Geppert, Michael Kretz

In Verbindung stehende Artikel: Jugendakademie 2014 – 18.01.2016 17:26