DBJR-Seminar 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz
Während ihres dreitägigen Seminares in Krakau haben sich die Teilnehmenden mit ihrer Rolle als Aufklärer für Toleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auseinander gesetzt. In gemischten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Nationalitäten diskutierten sie über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im kulturellen und historischen Kontext ihrer Herkunftsländer. Sehr bewegend berichtete der im Jahr 1928 in der polnischen Stadt Zdunska Wola geborene Asher Oud aus seinem Leben als Gefangener im Konzentrationslager, vom Todesmarsch und seinem späteren persönlichen „Sieg“. Unter Sieg versteht er die Tatsache, dass er heute noch am Leben ist, dabei seine Geschichte erzählen und gegen das Vergessen des Holocaust wirken kann. Anschließend legten alle Jugendringe Kränze an Block 27, dem Ort der israelischen Dauerausstellung in Auschwitz, nieder.
An der zentralen Gedenkveranstaltung im KZ Auschwitz-Birkenau haben neben den mehr als dreihundert hochbetagten Überlebenden und zahlreichen Staatsgästen die oben genannten Vertreterinnen und Vertreter der Jugendringe teilgenommen und der Ermordeten gedacht. Dies bestärkte die Teilnehmenden, es nicht beim Erinnern zu belassen, sondern sich aufmerksam dafür einzusetzen, dass das Entstehen negativer Tendenzen nicht Raum greifen darf, gegen Vergessen und gegen Gleichgültigkeit, sowie gegen sämtliche Formen von Hass, Rassismus und Gewalt zu arbeiten.

Text: Fabian Grundler
Bilder: DBJR/Michael Scholl
Links: bundesjugendring.tumblr.com